Tenga

Wir stellen Ihnen hier einen Artisten vor, der bis heute seiner lebenslangen Devise treu geblieben ist: “Den Menschen Freude machen”. Tenga – Artist und Tierlehrer. Rolf-Günther Gottschalk, bekannt unter seinem Künstlernamen Tenga, wurde in Thüringen geboren. Seine Laufbahn hat er als junger Mensch in einem Kleinzirkus begonnen. Er spürte, dass nur Vielseitigkeit ihm seinen Traum näher bringen würde, nämlich Artist zu werden. Als Kautschuknummer konnte er seine artistischen Fähigkeiten schon beweisen. 1944 wurde er mit seiner Kautschuknummer nach Dänemark zum Fronttheater geschickt. Das Kriegsende erlebte er im Internierungslager und konnte dort für zwei Jahre seine artistischen Fähigkeiten erweitern und arbeitete dort u.a. auch mit einer Trapeznummer. Nach der Entlassung aus der Internierung überwand Tenga die schwierigen Nachkriegsjahre an den verschiedensten Plätzen und Zirkusunternehmen in Deutschland, bis er zusammen mit seiner Frau eine Reptiliennummer aufbaute – Schlangen und Krokodile. Nur wenige Artisten arbeiten gerne mit Reptilien. So wurde er bald zu seiner Sensation und bekam internationale Engagement. Zum Beispiel ging eine seiner erfolgreichsten Tourneen monatelang durch Spanien. Die Absicherung der sozialen Altersversorgung wurde leider – vor allem im Ausland – von den Zirkus- und Varietédirektoren vernachlässigt. Artisten waren vollkommen ausgelastet mit dem ständigen Training, um wieder ein lächelnder Perfektionist im Rampenlicht zu sein. Die Manager und Direktoren interessierte recht häufig nur die gute Verkäuflichkeit der artistischen Nummer. So kam es, dass nicht nur verunglückte Artisten, sondern auch alt gewordene Artisten in wirtschaftliche Not gerieten. Viele Artisten versuchen deshalb, Fähigkeiten bei sich zu entdecken, welche ihnen die Möglichkeiten geben, nicht ausschließlich von der Sozialhilfe abhängig zu sein. Greifen wir nochmals das Beispiel des Artisten Tenga auf. Er fand einen Weg: Er arbeitete zunächst als Kellner, wurde dann Butler in Vertrauensstellung bei bedeutenden Persönlichkeiten. Als ihn einmal ein Journalist fragte, ob ihm diese Tätigkeiten nicht schwer gefallen seien, antwortete Tenga: “Nein, gar nicht, da habe ich doch auch den Menschen Freude gemacht.” Viele begünstigte alte Artisten, welche die Hilfsgemeinschaft betreute, haben soweit sie körperlich noch in der Lage dazu waren, sich als Fernfahrer oder im Angestelltenbereich betätigt. Frauen arbeiteten als Saisonaushilfen im Verkauf oder in Büros.

Artistenleben, bis ins hohe Alter geprägt von Disziplin und persönlicher Bescheidenheit.

Tenga ist – neben anderen – Ehrenmitglied bei der Hilfsgemeinschaft Bayerischer Artisten e. V.

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